Freitag, 28. Oktober 2016

Rezension zu "Seelenlos - Fluch der Rauhnächte" von Janine Wilk

Allgemeine Informationen:

Titel: Seelenlos - Fluch der Rauhnächte
Autor: Janine Wilk
Erscheinungsdatum: 20.09.2016
Verlag: Thienemann-Esslinger Verlag
Seiten: 368
Preis:
         - Print: 14,99 €
         - E-Book: 11,99 €
ISBN: 978 3522504676

Bewertung: 3,5 /5 Sterne


Inhaltsangabe: 

Nachts alleine auf dem Friedhof umher zu gehen, macht der dreizehn jährigen Lucy Mackay nichts aus. Kein Wunder, immerhin wohnt sie mit ihrem Vater zusammen auf diesem Friedhof. Doch seitdem sich schreckliche Unfälle auf dem Friedhof ereignen und auch ihre Gabe immer mehr Gefahren für sie birgt, wird ihr dies alles unheimlich. Lucy kann nämlich Geister wahrnehmen und auch sehen. Welches Wesen treibt seine Spiele mit den Menschen und was steckt alles hinter den Vorfällen? Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Amelia begibt sie sich auf die Suche nach Antworten und was sie erfahren, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren. 


Meine Meinung: 

Passend zur Jahreszeit und kurz vor Halloween dachte ich mir, ich lese mal ein Buch über Geister und Friedhöfe. Jetzt werde ich sicherlich keinen Friedhof mehr betreten bevor nicht der Frühling naht. 
Es gibt bei dieser Geschichte keinen Prolog und man fängt sofort mitten in der Story an. Mit einer sogenannten "Ghost-Tour". Nach diesem Einstieg hatte mich die Autorin schon für sich gewonnen. 


Der Schreibstil: 

Der Schreibstil ist dem empfohlenem Alter von 11 - 13 Jahren gerechtfertigt. Man merkt unmittelbar nach Beginn des Lesens, das dieses Buch sich an jüngere Leser richtet. Geschrieben wurde die Story aus der Sicht von Lucy, der Protagonistin, in der dritten Person. 
Interessant fand ich das "Tagebuch" der PSI-Ermittlerin Amelia, die sich selbst zur Chefin ernannt hat. Diese Einträge haben mich oftmals zum schmunzeln gebracht.
Viele Kapitel wurden mit einem Zitat von bekannten Persönlichkeiten zum Thema "Tod" eingeleitet, dies gefiel mir auch sehr, da es einen Bezug zur Geschichte herstellt.
Beim Punkt Geschichte kann ich hier noch ergänzen, dass die Autorin sehr genau und gut recherchiert hat. Ich selbst hab mich ebenfalls an den Computer gesetzt, um gewisse Themen nach zu schlagen und stellte erfreut fest, dass sie sich wirklich Mühe gegeben hatte mit dem sammeln des Hintergrundwissens. Einzig das Mausoleum hatte ich mir nach der Beschreibung der Autorin anders vorgestellt, aber dies soll jetzt kein Kritikpunkt sein. 
Leider tat ich mich schwer dabei, die Protagonisten herauszufiltern. Die ersten paar Kapitel werden meiner Meinung nach sowohl Lucy als auch Amelia gleichwertig hervorgehoben. Irgendwie verwirrte mich dies und ich musste mir selbst immer wieder vor Augen halten, wer jetzt eigentlich die Protagonistin ist. 
Später im Laufe der Geschichte tat ich mich wesentlich einfacher, da hier Lucy mehr im Vordergrund stand und auch mehr auf ihre Gefühle und Gedanken eingegangen wird. 
Die Gefühle von Lucy bezüglich ihrer Gabe kristallisierten sich erst ab Kapitel 5 heraus, und machten dem Leser deutlich, wie es der Protagonistin wirklich geht. Dies hätte auch meiner Meinung nach schon früher geschehen können, aber ich verstehe auch den Verlauf der Gefühle. 
Alle Charaktere in diesem Buch erhielten eine eigene Tiefe und entwickelten sich im Laufe des Buches positiv. 
Da ich unschlüssig bin, wo ich den folgenden Kritikpunkt schreiben soll, habe ich mir gedacht, hier passt er ebenso:
Besonders hat mir beim öffnen des E-Books, welches mir zum rezensieren zur Verfügung gestellt wurde, die Aufmachung der einzelnen Kapitel gefallen. Die Rahmensetzung um die Kapitelansage gefiel mir wirklich sehr. 

Das Cover:
 
Das Cover hat wie so meist seinen Bann auf mich ausgeübt. Durch dieses bin ich wieder einmal auf ein Buch aufmerksam geworden und musste es lesen. Kurz gesagt mir gefällt das Cover sehr gut. Nur könnten anstatt Bäume im Hintergrund auch ein paar Grabsteine im Schatten stehen. Dies würde noch mehr Bezug zur Geschichte herstellen.


Das Fazit: 

Ich kann dieses Buch für die gruslige Zeit und schöne Abendstunden weiter empfehlen. Eingemummelt in eine dicke Decke, weit weg von einem Friedhof, und mit einer Tasse Tee in den Händen breitet dieses Buch viel Spaß. Auch wenn ich mich selbst schwer getan habe die Protagonistin anfänglich herauszufiltern, konnte mich das Buch im Großen und Ganzen überzeugen. 
Immer wieder konnte man trotz der Spannung einen Lacher finden, was die eigenen Nerven wieder beruhigte. 
Für junge Erwachsene im Alter von 11 bis 13 Jahren ist dieses Werk wahrscheinlich ein Highlight. 

Rezension erstellt von Ramona Gall

Bildquelle: netgalley.de