Donnerstag, 10. November 2016

Rezension zu "Die Ummauerte Stadt" von Jan Reschke

Allgemeine Informationen: 


Autor: Jan Reschke
Titel: Die ummauerte Stadt
Reihe: Einzelband
Verlag: Papierverzierer Verlag
Erscheinungsdatum: 01.10.2014
Genre: Dystopie
Seiten: 430
Preis:
         - Ebook: 3,99 €
         - Print: 14,95 €
ISBN: 978-3944544984


Bewertung: 3,5/5 Sterne

Inhaltsangabe: 

Das Leben ist nicht so, wie wir es kennen. Seit dem Zusammenbruch der alten Weltordnung leben die Menschen in einer Stadt hinter Mauern, der ummauerten Stadt. In dieser Stadt sind Armut, Ausgangssperren und Nahrungsrationierung der Alltag der Menschen. Sie unterliegen der vollen Kontrolle des Militärs und der freien Menschen. Jeremiah, ein Schrottsammler, der immer wieder verbotener Weise aus der Stadt entschlüpft, um brauchbare Gegenstände zu sammeln für sein Volk, will endlich an diesem System etwas ändern. Zusammen mit zwei weiteren Menschen aus seinem Bezirk schmiedet er einen gefährlichen Plan. Doch wird es ihnen gelingen Freiheit zu erkämpfen? Und welchen Preis müssen sie herfür zahlen?

Meine Meinung: 

Ich bin auf dieses Buch durch eine Leserunde auf Lovelybooks.de aufmerksam geworden. Der Klappentext hörte sich sehr interessant an, da dachte ich mir ich versuche einmal mein Glück und bewerbe mich für die Leserunde. Meine Glücksfee war mir hold und ich durfte das Buch im Rahmen der Leserunde lesen und nun euch davon berichten. Meinen Dank, an dieser Stelle an den Verlag und an den Autor.

Die Geschichte beginnt in einer persönlichen Hölle eines Menschens. Es wird nicht verraten, wer diese Person ist, lediglich der Raum, in dem er gefangen ist wird beschreiben. Zudem erhält der Leser einen Einblick in die Psyche des Gefangenen. 
Diese Einführung ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen, denn dadurch entstanden sofort Fragen, wer diese Person sei, wie sie dorthin gekommen ist und was die Menschen diesem angetan haben. Jan Reschke lässt sich hierbei sehr viel Zeit mit der Auflösung des Geheimnisses. Bis zum bitterem Ende darf der Leser Vermutungen anstellen, hoffen und bangen. Ich persönlich finde es sehr toll, dass es dem Autor gelungen ist die Antwort auf diese Fragen so lange geheim zu halten.
Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht des Protagonisten Jeremiah erzählt, aber zwischendurch gibt es Kapitel, die Versammlungen des Rates, der besser gestellten Menschen, beschreiben. Eine sehr gelungene Mischung, da hierdurch der Leser die Möglichkeit erhält beide Seiten der neuen Weltordnung kennen zu lernen. Die Ordnung der armen und der reichen Menschen.Wobei ich hier sagen muss, dass diese reichen Menschen im Rat meinen Zorn selbst immer wieder erweckt hatten. Jan Reschke hat somit erreicht, das ich persönlich in diese Welt hinein gezogen worden bin, und selbst Gefühle für die Menschen, sei es nun Mitleid oder Wut, entwickelt habe. 
Nach der Hälfte des Buches jedoch hatte die Story einen langen Atem. Der Protagonist schien auf der Stelle stehen zu bleiben, entwickelte sich nicht weiter. Hier standen die Gedanken und Meinungen von Jeremiah im Vordergrund, doch diese wiederholten sich immer wieder. Hier hätte ich mehr Spannung und Action erwartet. 
Doch dieser Verlust des Spannungsbogen ist durch das Ende des Buches wieder gut gemacht worden. Selten hatte ich bisher ein Buch gelesen, dessen Schluss so extrem war. Ich saß vor meinem E-Book und konnte das Lesen nicht mehr aufhören. Die Spannung und vor allem das Extrem waren kaum auszuhalten. Es ist schwer das was ich genau meine zu schreiben ohne zu spoilern. Aber wirklich, alleine dieser Ausgang der Geschichte ist es schon wert, dieses Buch zu lesen. Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich darüber berichte. 
Einen einzigen Kritikpunkt habe ich zur Story noch anzumerken. Leider erfährt man in dem Buch nicht, was mit der Erde geschehen ist. Nichts erklärt, wieso die alte Weltordnung zu Bruche gegangen ist, und wie die neue Ordnung entstand. Jan Reschke hat diese Frage im Rahmen der Leserunde beantwortet, aber die Leser, die dieses Buch ohne den Zugriff auf die Leserunde lesen, können nur vermuten, was damals geschehen ist. Meiner Meinung nach hätte dies in einer Dystopie erscheinen sollen, da ich persönlich genau diese Veranschaulichung sehr interessant und spannend finde. 

Das Cover veranschaulicht hier dem Leser, wie er sich die Welt in diesem Buch vorstellen darf. Im Hintergrund befindet sich die ummauerte Stadt, mitten in einer trostlosen Ebene. Der Mensch im Vordergrund ist meiner Vermutung nach der Protagonist, der sein Leben riskiert durch die Suche nach Materialien in der Außenwelt. Die düstere Stimmung ist ein Spiegel der Menschen, die in dieser Stadt unterdrückt werden und sich der Herrschaft der besser gestellten Menschen beugen müssen. So zumindest interpretiere ich dieses Bild. Ein Bezug zur Geschichte ist somit definitiv hergestellt.


Das Fazit:

Für die Leser von Dystopien kann ich dieses Werk weiter empfehlen, aber auch für Leser, die gerne ein wenig Horror und extreme Veränderungen der Welt lieben. Jan Reschke hat mich mit seinem Werk überzeugt und erhält deswegen 3,5 Sterne. Abzüge wegen dem zwischendurch fehlendem Spannungsbogen und aufgrund der fehlenden Erklärung, was mit der Erde und deren Menschen geschehen ist. Sehr gut gelungen ist ihm wirklich die Geheimhaltung der Person in der Zelle, sowie das gigantisch tolle Ende der Geschichte. Ich selbst hoffe noch weitere Bücher des Autors lesen zu dürfen.

Rezension geschrieben von Ramona Gall

Bildquelle: https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51p9eLMnmmL._SX299_BO1,204,203,200_.jpg