Samstag, 1. Juli 2017

Interview mit Anna Basener

Heute steht uns Anna Basener Frage und Antwort!

(c)Olivier Favre

Ich durfte Anna letzten Monat auf der LitBlog-Convention bei Bastei Lübbe kennenlernen.
Leider habe ich es nicht zu ihrem und Petra Hülsmanns Vortrag geschafft, hatte jedoch die Möglichkeit mit ihr beim späteren "Come-together" ein wenig zu quatschen.
Wie ich nun mal bin, ist der Einstieg ziemlich peinlich Verlaufen.

"Bist du die Tochter von Petra?"

Ja, das erste Fettnäpfchen des Tages habe ich natürlich mitnehmen müssen. Anna hat das ganze aber total locker und mit einem Lachen genommen.
Im Laufe des Interviews werdet ihr feststellen können, wie lustig und positiv Anna einfach ist. Ich hatte sowohl an dem besagten Abend, als auch beim Erstellen dieses Beitrags viel Spaß.

Also liebe Anna, vielen Dank, dass du mir Frage und Antwort gestanden hast, du bist ein unglaublich sympathischer und charmanter Mensch. Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann noch mal wieder!
Bis dahin wünsche ich dir aber alles Liebe und gute für deine nächsten Projekte!




1. Stell dich mit Hilfe von drei Worten vor.


➳ Ich bin ungeduldig, verbissen und lustig.

2. Man kann dir auf Facebook, Instagram und Twitter folgen, dort bist du auch sehr aktiv, sodass die Menschen wirklich viel an deinem Leben teilhaben können.
Gibt es eine Sache, die du den Menschen unbedingt mitteilen willst, wofür bisher aber noch nicht der richtige Moment gewesen ist?


➳ „Es geht in meinem Buch um Huren." Das sag ich zwar dauernd, aber ich hab das Gefühl, dass die Menschen stattdessen immer nur „Ruhrpott“ und „Komödie“ hören. Stimmt ja auch, ist aber eben nur die halbe Geschichte.

3. Wenn man sich deine Vita anschaut, hast du bereits viel erreicht. Was ist dein persönliches Highlight deiner bisherigen Karriere?


➳ Die Omma ist das Highlight meiner Karriere. Als ich das Angebot aus dem Verlag für den Roman bekommen hab, bin ich ausgeflippt. Und dann durfte ich schreiben, was ich wollte. Keine Genrekonventionen, keine Heftromanregeln, keine Anforderungen vom Hörspielproduzenten … Dass das jetzt da ist, dieses Buch, mit meinem Titel und meiner Coveridee, ist ganz klar der bisherige Höhepunkt.

4. Gibt es einen oder mehrere Menschen, die dich inspirieren oder vielleicht sogar Vorbilder für dich sind?


➳ Iris Apfel ist meine Stilikone. Die am besten angezogenste Frau ever. Vorbilder für den Roman gibt es auch, aber das sind keine Berühmtheiten, sondern meine Familie. Der Text schöpft auch aus meiner Autobiographie. Wobei mein Vater lieber Fiege als Stauder trinkt, und meine Omma nie Eve geraucht hat, sondern Kim. Sie hat auch nie im Bordell gearbeitet. Sie war allerdings mal im Gefängnis …





5. Im März 2017 ist dein Buch „Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte“ erschienen, wie bist du auf die Idee zu diesem Buch gekommen und was bedeutet es für dich?


➳ Angefangen hat alles mit der Omma, ihrer Vergangenheit und Geschichte, die hatte ich zuerst. Von da aus hab ich dann den Rest entwickelt. Bianca, Mitzi, Bernhard, Theo … Es war ein langer Weg. Nicht immer geradeaus. Ich hab noch keinen Text so gehasst und keinen so sehr geliebt wie diesen.






6. Die Protagonistinnen sind die Omma und ihre Enkelin Bianca, mit wem von den beiden kannst du dich besser identifizieren?


➳ Mit Bianca. Sie hat autobiographische Züge – und genau wie ich war sie nie Puffmutter.


7. Gibt es eine Nachricht, die dein Roman vermitteln soll?


➳ Er soll vor allem unterhalten, aber ich wünsch mir immer, dass er auch ein bisschen stark macht. Dass die Leser sich am Ende unzerstörbar fühlen. Wenigstens kurz. Das fänd ich gut. Ach ja, und er ist natürlich pro Prostitution, was natürlich auch eine Message ist.


8. Welche Szene magst du am liebsten aus dem Buch.


➳ Die Nacht in der Ringbahn. Es ist eine der wenigen Szenen, in der die Omma nicht vorkommt. Sonst dominiert sie das Buch, und vielleicht mag ich dieses Szene genau deshalb. Weil die Omma nicht mitbekommt, was dort passiert …


9. Und welche hat dich beim Schreiben in den Wahnsinn getrieben?


➳ Die Geschichte des Antagonisten Blazek. Als ich sie endlich im Kopf hatte, war sie schnell aufgeschrieben, aber bis ich genau wusste, wo der herkommt und was ihn antreibt, war ich sehr verzweifelt.


10. Was hast du für die nächsten drei Jahre geplant?


➳ Jetzt gerade sitz ich erst Mal am Drehbuch zur „Omma“. Die Filmrechte wurden verkauft, und ich arbeite das Buch zusammen mit dem Regisseur Adolf Winkelmann um. Danach will ich noch ein Hörspiel schreiben und dann auch wieder ein Buch. Aber zwischendurch sollte ich wahrscheinlich auch mal kurz eine Pause machen. Ich weiß nicht, wie das geht, aber dazu findet sich bestimmt ein YouTube-Tutorial.